Filmempfindlichkeit / ISO-Empfindlichkeit berechnen und umrechnen
Die Filmempfindlichkeit gibt an, wie lichtempfindlich ein analoger Film oder der Sensor deiner Digitalkamera ist. Heute wird dafür fast ausschließlich der ISO-Wert genutzt. Dabei entspricht ISO exakt dem älteren ASA-Wert (ASA 100 = ISO 100). Der deutsche DIN-Wert verläuft logarithmisch: Eine Erhöhung um 3 DIN bedeutet eine Verdopplung der Lichtempfindlichkeit. Eine Verdopplung des ISO-Wertes halbiert die benötigte Belichtungszeit.
ISO-Empfindlichkeit berechnen
Was genau ist die Filmempfindlichkeit?
In der Fotografie ist Licht das wichtigste Element. Die Filmempfindlichkeit bestimmt, wie viel Licht benötigt wird, um ein korrekt belichtetes Bild zu erzeugen. In der Ära der analogen Fotografie wurde diese Empfindlichkeit durch die chemische Zusammensetzung der Emulsion auf dem Filmstreifen festgelegt. Ein hochempfindlicher Film besaß größere Silberhalogenidkristalle, die Licht schneller aufnehmen konnten, was jedoch zu einer grobkörnigeren Bildstruktur führte.
In der modernen digitalen Fotografie gibt es keinen echten Film mehr. Hier spricht man von der ISO-Empfindlichkeit des Bildsensors. Der Sensor selbst hat eine feste Grundempfindlichkeit. Erhöhst du den ISO-Wert an deiner Kamera, wird das vom Sensor eingefangene Lichtsignal elektronisch verstärkt. Dies ermöglicht das Fotografieren in dunklen Umgebungen, bringt aber als Nebenwirkung das sogenannte Bildrauschen mit sich, welches das analoge Filmkorn ablöst.
Wie hängen ISO, ASA und DIN zusammen?
Wenn du dich mit älteren Kameras, gebrauchten Objektiven oder analogem Filmmaterial beschäftigst, stößt du unweigerlich auf verschiedene Abkürzungen. Diese stellen unterschiedliche historische Normen dar, die heute in einem einheitlichen System zusammengefasst sind.
Der ASA-Wert (American Standards Association) ist eine lineare Skala. Das bedeutet: Verdoppelt sich der Wert von ASA 100 auf ASA 200, verdoppelt sich auch die Lichtempfindlichkeit. Dieses System war sehr intuitiv und wurde deshalb zur Grundlage des ersten Teils des heutigen ISO-Wertes.
Der DIN-Wert (Deutsches Institut für Normung) ist hingegen logarithmisch aufgebaut und wird in Grad angegeben. Hier bedeutet ein Plus von 3 Grad eine Verdopplung der Empfindlichkeit. Ein Film mit 24 Grad DIN ist also doppelt so lichtempfindlich wie ein Film mit 21 Grad DIN.
Im Jahr 1974 wurden diese beiden Systeme durch die International Organization for Standardization zur ISO-Norm zusammengefasst. Die korrekte, vollständige Schreibweise lautet seitdem beispielsweise ISO 100/21°. Im heutigen Sprachgebrauch wird der DIN-Teil jedoch fast immer weggelassen, sodass man nur noch von ISO 100 spricht.
Umrechnungstabelle: ISO, ASA und DIN
Um dir die Umrechnung für deine fotografischen Projekte oder den Kauf von alten Filmen zu erleichtern, findest du hier die exakten Entsprechungen der gängigsten Empfindlichkeiten.
| ISO (modern) | ASA (linear) | DIN (logarithmisch) |
|---|---|---|
| ISO 50 | 50 | 18° |
| ISO 100 | 100 | 21° |
| ISO 200 | 200 | 24° |
| ISO 400 | 400 | 27° |
| ISO 800 | 800 | 30° |
| ISO 1600 | 1600 | 33° |
| ISO 3200 | 3200 | 36° |
| ISO 6400 | 6400 | 39° |
ISO-Empfindlichkeit in der digitalen Fotografie
Jede Digitalkamera besitzt einen sogenannten Basis-ISO-Wert, auch nativer ISO genannt. Bei den meisten Systemkameras und Spiegelreflexkameras liegt dieser Wert bei ISO 100 oder ISO 200. Bei dieser Einstellung liefert der Sensor die beste Bildqualität, den höchsten Dynamikumfang und die reinste Farbwiedergabe ohne störendes Bildrauschen.
Sobald das Umgebungslicht abnimmt, musst du die Lichtausbeute erhöhen. Wenn Blende und Verschlusszeit bereits an ihren Grenzen sind, bleibt nur die Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit. Die Signalverstärkung führt jedoch dazu, dass auch elektronische Störsignale verstärkt werden. Das Resultat sind farbige oder einfarbige Pixel, die nicht zum Motiv gehören – das Bildrauschen. Moderne Sensoren und Bildprozessoren sind heute allerdings so leistungsstark, dass selbst Werte von ISO 3200 oder ISO 6400 oft problemlos nutzbar sind.
Filmempfindlichkeit umrechnen
Hier können Sie bequem zwischen den verschiedenen Empfindlichkeits-Einheiten hin- und herrechnen. Die Ergebnisse sind ungefähre Werte, da eine exakte Umrechnung nicht möglich ist.
Das Belichtungsdreieck verstehen
Um die Filmempfindlichkeit im fotografischen Alltag richtig berechnen und anwenden zu können, musst du ihre Rolle im Belichtungsdreieck verstehen. Die Helligkeit eines Fotos wird immer von exakt drei Faktoren bestimmt:
- Blende: Bestimmt die Größe der Öffnung im Objektiv und somit die Menge des einfallenden Lichts. Sie beeinflusst zudem die Schärfentiefe.
- Verschlusszeit: Bestimmt, wie lange das Licht auf den Film oder Sensor fällt. Sie ist verantwortlich für das Einfrieren von Bewegungen oder das Entstehen von Bewegungsunschärfe.
- ISO-Wert: Bestimmt die Empfindlichkeit des Aufnahmemediums gegenüber dem eingefallenen Licht.
Belichtungswerte umrechnen und anpassen
In der Fotografie rechnet man in sogenannten Blendenstufen oder Lichtwerten. Eine volle Blendenstufe bedeutet immer eine Verdopplung oder Halbierung der Lichtmenge. Da die ISO-Skala linear aufgebaut ist, verhält sich die Berechnung äußerst unkompliziert. Ein Sprung von ISO 100 auf ISO 200 entspricht genau einer Blendenstufe mehr Licht. Ein Sprung von ISO 100 auf ISO 400 entspricht zwei Blendenstufen.
Diese Mathematik kannst du nutzen, um Kameraeinstellungen exakt umzurechnen. Stell dir vor, du fotografierst aus der Hand und deine Kameraautomatik misst eine korrekte Belichtung bei Blende f/4.0, einer Verschlusszeit von 1/30 Sekunde und ISO 100. Eine 1/30 Sekunde ist jedoch oft zu lang, um Verwacklungen aus der Hand zu vermeiden. Du möchtest die Verschlusszeit auf 1/120 Sekunde verkürzen, um ein scharfes Bild zu garantieren.
Von 1/30 auf 1/60 ist eine Halbierung des Lichts (eine Blendenstufe). Von 1/60 auf 1/120 ist eine weitere Halbierung (eine zweite Blendenstufe). Dir fehlen nun zwei Blendenstufen Licht. Um dies auszugleichen, musst du den ISO-Wert um zwei Stufen erhöhen: Von ISO 100 auf ISO 200 (erste Stufe) und von ISO 200 auf ISO 400 (zweite Stufe). Bei ISO 400, Blende f/4.0 und 1/120 Sekunde ist dein Bild exakt genauso hell wie bei der ursprünglichen Messung, aber du verhinderst das Verwackeln.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet ISO 100?
ISO 100 ist bei den meisten Kameras und analogen Filmen die Standardempfindlichkeit. Dieser Wert benötigt relativ viel Licht für eine korrekte Belichtung, liefert dafür aber die höchste Bildqualität mit den feinsten Details und ohne sichtbares Bildrauschen oder Filmkorn.
Wie rechne ich ASA in ISO um?
Du musst überhaupt nicht rechnen. Der ASA-Wert wurde 1:1 in das moderne ISO-System übernommen. Wenn du also eine alte analoge Kamera besitzt, an der du die ASA-Zahl einstellen musst, und einen modernen ISO 400 Film kaufst, stellst du das Rädchen an der Kamera einfach auf ASA 400.
Warum rauscht mein Bild bei hohem ISO-Wert?
Bei Digitalkameras wird nicht der Sensor selbst empfindlicher, sondern das von ihm eingefangene Signal wird elektronisch verstärkt. Jedes elektronische System produziert ein leichtes Grundrauschen. Wenn nun das schwache Bildsignal bei wenig Licht stark verstärkt wird, wird das Störsignal gleichermaßen mitverstärkt und im fertigen Bild als störendes Grieseln sichtbar.
Was ist der Unterschied zwischen DIN und ASA?
Der Hauptunterschied liegt in der Skalierung. ASA nutzt eine lineare Skala (100, 200, 400), bei der sich die Zahl bei doppelter Empfindlichkeit verdoppelt. DIN nutzt eine logarithmische Skala (21°, 24°, 27°), bei der sich die Empfindlichkeit alle drei Schritte verdoppelt. Beide Normen beschreiben jedoch genau dasselbe physikalische Phänomen.
Gibt es eine maximale ISO-Grenze?
Bei analogen Filmen liegt die praktische Grenze meist bei ISO 3200, danach wird das Filmkorn so dominant, dass Details verschwinden. In der digitalen Fotografie entwickeln sich die Sensoren stetig weiter. Professionelle Kameras bieten heute ISO-Werte von mehreren Millionen an. In der Praxis nimmt die Bildqualität aber auch bei modernsten Kameras ab ISO 6400 oder ISO 12800 spürbar ab, sodass extrem hohe Werte eher für dokumentarische Zwecke im Dunkeln genutzt werden.