Wärmepumpen-Rechner: Stromverbrauch, Heizkosten, JAZ und Heizleistung berechnen
Mit unserem Wärmepumpen-Rechner kannst du Stromverbrauch, Heizkosten, Jahresarbeitszahl und eine überschlägige Heizleistung berechnen. Gib einfach Wärmebedarf, JAZ und Strompreis ein oder nutze vorhandene Messwerte deiner Anlage. So kannst du schnell einschätzen, wie effizient deine Wärmepumpe arbeitet und welche laufenden Kosten entstehen.
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Was kann der Wärmepumpen-Rechner berechnen?
Bei einer Wärmepumpe hängen Energieverbrauch und Kosten eng mit dem Wärmebedarf des Gebäudes und der Effizienz der Anlage zusammen. Unser Rechner verbindet deshalb mehrere Berechnungen, die sowohl bei der Planung als auch bei der Kontrolle einer vorhandenen Wärmepumpe hilfreich sind.
Du kannst mit dem Rechner unter anderem folgende Werte bestimmen:
- jährlichen Stromverbrauch der Wärmepumpe in kWh
- jährliche Stromkosten
- durchschnittliche monatliche Stromkosten
- genutzte Umweltwärme in kWh
- Stromanteil an der bereitgestellten Wärme
- Jahresarbeitszahl aus gemessener Wärme und Stromverbrauch
- überschlägige Heizleistung anhand von Wohnfläche und spezifischer Heizlast
- Auswirkungen unterschiedlicher JAZ Werte auf den Stromverbrauch
Der Rechner liefert mathematische Ergebnisse auf Grundlage deiner Eingaben. Für die tatsächliche Auswahl und Dimensionierung einer Wärmepumpe ist eine fachgerechte Planung erforderlich, insbesondere eine Heizlastberechnung für das Gebäude.
Wie funktioniert der Wärmepumpen-Rechner?
Der Rechner besitzt drei unterschiedliche Berechnungsbereiche. Für Stromverbrauch und Heizkosten benötigst du den jährlichen Wärmebedarf, die Jahresarbeitszahl und deinen Strompreis. Möchtest du dagegen die tatsächliche JAZ einer bestehenden Anlage bestimmen, gibst du die gemessene Wärmemenge und den Stromverbrauch aus demselben Zeitraum ein.
Im dritten Bereich kannst du eine überschlägige Heizleistung aus beheizter Wohnfläche und einer selbst gewählten spezifischen Heizlast in Watt pro Quadratmeter berechnen.
Stromverbrauch einer Wärmepumpe berechnen
Die wichtigste Berechnung basiert auf dem Wärmebedarf und der Jahresarbeitszahl. Die Formel lautet:
Stromverbrauch = Wärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl
Benötigt dein Gebäude beispielsweise 16.000 kWh Wärme pro Jahr und erreicht die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 4, ergibt sich:
16.000 kWh ÷ 4 = 4.000 kWh
Die Wärmepumpe benötigt in diesem vereinfachten Beispiel somit 4.000 kWh Strom pro Jahr, um insgesamt 16.000 kWh Wärme bereitzustellen.
Wie verändert die JAZ den Stromverbrauch?
Je höher die Jahresarbeitszahl ist, desto weniger Strom wird für dieselbe Wärmemenge benötigt. Das lässt sich anhand von 16.000 kWh Wärmebedarf gut erkennen:
| JAZ | Wärmebedarf | Stromverbrauch |
|---|---|---|
| 2,5 | 16.000 kWh | 6.400 kWh |
| 3,0 | 16.000 kWh | ca. 5.333 kWh |
| 3,5 | 16.000 kWh | ca. 4.571 kWh |
| 4,0 | 16.000 kWh | 4.000 kWh |
| 5,0 | 16.000 kWh | 3.200 kWh |
Schon vergleichsweise kleine Unterschiede bei der Jahresarbeitszahl können sich über ein gesamtes Jahr deutlich auf den Stromverbrauch auswirken.
Was bedeutet die Jahresarbeitszahl?
Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, beschreibt das Verhältnis zwischen der von einer Wärmepumpenanlage abgegebenen Wärmemenge und der dafür eingesetzten elektrischen Energie über einen längeren Zeitraum.
Die Formel lautet:
JAZ = abgegebene Wärmemenge ÷ eingesetzte elektrische Energie
Eine JAZ von 4 bedeutet beispielsweise, dass die Wärmepumpe im betrachteten Zeitraum aus 1 kWh Strom insgesamt 4 kWh Wärme bereitstellt.
Die restliche Energie wird der Umwelt entzogen, beispielsweise der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Die Jahresarbeitszahl ist deshalb eine wichtige Kennzahl, wenn du den tatsächlichen Strombedarf einer Wärmepumpe beurteilen möchtest.
Umweltwärme berechnen
Aus dem gesamten Wärmebedarf und dem berechneten Stromverbrauch lässt sich überschlägig bestimmen, welcher Anteil der bereitgestellten Wärme nicht aus elektrischer Energie stammt.
Die Formel lautet:
Umweltwärme = bereitgestellte Wärmemenge − eingesetzter Strom
Bei 16.000 kWh Wärme und 4.000 kWh Strom ergibt sich:
16.000 kWh − 4.000 kWh = 12.000 kWh
Rechnerisch stammen damit 12.000 kWh der bereitgestellten Wärme aus der genutzten Wärmequelle. Der Stromanteil beträgt in diesem Beispiel 25 Prozent, der rechnerische Anteil der Umweltwärme 75 Prozent.
Stromkosten der Wärmepumpe berechnen
Wenn der Stromverbrauch bekannt ist, lassen sich die jährlichen Betriebskosten einfach bestimmen.
Die Formel lautet:
Stromkosten = Stromverbrauch × Strompreis
Beispiel für jährliche Wärmepumpenkosten
Die Wärmepumpe benötigt 4.000 kWh Strom pro Jahr. Der Strompreis beträgt 0,30 Euro pro kWh.
4.000 × 0,30 Euro = 1.200 Euro
Die rechnerischen jährlichen Stromkosten liegen damit bei 1.200 Euro. Durchschnittlich entspricht das:
1.200 Euro ÷ 12 = 100 Euro pro Monat
Der Monatswert ist lediglich ein rechnerischer Durchschnitt. Der reale Energieverbrauch ist in den Wintermonaten normalerweise deutlich höher als im Sommer.
Welchen Strompreis solltest du verwenden?
Verwende möglichst den tatsächlichen Arbeitspreis deines Stromvertrags in Euro pro Kilowattstunde. Hast du einen separaten Wärmepumpentarif, kannst du dessen Arbeitspreis eintragen.
Fixe monatliche Grundgebühren werden in der einfachen Verbrauchsberechnung nicht automatisch berücksichtigt. Möchtest du die gesamten jährlichen Stromkosten eines Tarifs vergleichen, müssten solche festen Kosten zusätzlich betrachtet werden.
JAZ einer bestehenden Wärmepumpe selbst berechnen
Wenn deine Anlage bereits läuft und sowohl die erzeugte Wärmemenge als auch der Stromverbrauch erfasst werden, kannst du ihre tatsächliche Jahresarbeitszahl berechnen.
Wichtig ist, dass beide Messwerte denselben Zeitraum abdecken.
Beispiel für die JAZ Berechnung
Die Wärmepumpe hat innerhalb eines Jahres 18.000 kWh Wärme bereitgestellt und dabei 4.500 kWh Strom verbraucht.
18.000 ÷ 4.500 = 4
Die Jahresarbeitszahl beträgt somit 4.
Diese Berechnung ist besonders hilfreich, weil sie nicht nur auf einem theoretischen Datenblattwert basiert. Sie beschreibt die Effizienz deiner Anlage innerhalb des betrachteten Zeitraums und unter den tatsächlichen Bedingungen des Gebäudes.
JAZ und COP sind nicht dasselbe
Bei Wärmepumpen begegnet dir neben der JAZ häufig auch der COP. Beide Kennzahlen beschreiben die Effizienz, beziehen sich aber auf unterschiedliche Betrachtungen.
| Kennzahl | Bedeutung |
|---|---|
| COP | Leistungszahl bei festgelegten Betriebsbedingungen |
| JAZ | Verhältnis von Wärme und eingesetzter elektrischer Energie über ein Jahr |
Der COP ist deshalb vor allem ein technischer Vergleichswert unter definierten Bedingungen. Die Jahresarbeitszahl ist für die Abschätzung des tatsächlichen Jahresstromverbrauchs besonders interessant.
Welche Faktoren beeinflussen die Jahresarbeitszahl?
Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt nicht allein vom Gerät ab. Auch das Gebäude, das Heizsystem und die Betriebsbedingungen spielen eine wichtige Rolle.
Zu den wesentlichen Einflussfaktoren gehören:
- Temperatur der genutzten Wärmequelle
- benötigte Vorlauftemperatur
- Größe der Heizflächen
- Dämmstandard des Gebäudes
- hydraulische Einstellung des Heizsystems
- Warmwasserbereitung
- Außentemperaturen
- Einstellung der Heizkurve
- Dimensionierung der Anlage
Besonders die erforderliche Vorlauftemperatur ist relevant. Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und benötigter Heiztemperatur ausfällt, desto günstiger sind grundsätzlich die Voraussetzungen für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb.
Wärmepumpe im Altbau
Eine Wärmepumpe ist nicht grundsätzlich auf Neubauten mit Fußbodenheizung beschränkt. Auch in Bestandsgebäuden kann sie effizient eingesetzt werden, wenn Gebäude und Heizflächen geeignete Bedingungen bieten.
Groß dimensionierte Heizkörper können beispielsweise auch mit niedrigeren Vorlauftemperaturen ausreichend Wärme abgeben. Bei einem unsanierten Gebäude mit sehr hohem Wärmebedarf können dagegen zunächst Maßnahmen an der Gebäudehülle oder den Heizflächen sinnvoll sein.
Für eine belastbare Beurteilung sollte deshalb nicht allein das Baujahr des Hauses betrachtet werden.
Heizleistung einer Wärmepumpe überschlägig berechnen
Der Rechner kann außerdem eine grobe Heizleistung anhand der beheizten Fläche und einer von dir vorgegebenen spezifischen Heizlast bestimmen.
Die Formel lautet:
Heizleistung in Watt = Wohnfläche × spezifische Heizlast in W/m²
Beispiel mit 150 m² Wohnfläche
Du gibst eine beheizte Fläche von 150 m² und eine angenommene spezifische Heizlast von 50 W/m² ein.
150 × 50 = 7.500 W
Das entspricht:
7.500 W ÷ 1.000 = 7,5 kW
Die überschlägige Heizleistung beträgt damit 7,5 kW.
Der Wert von 50 W/m² ist in diesem Beispiel lediglich eine frei gewählte Rechengröße. Der tatsächliche Wert muss für das konkrete Gebäude bestimmt werden.
Warum die Heizlastberechnung genauer ist
Die benötigte Heizleistung hängt von deutlich mehr Faktoren als nur der Wohnfläche ab. Eine fachgerechte Heizlastberechnung berücksichtigt unter anderem Wärmeverluste über Wände, Fenster, Dach und Boden sowie Lüftungswärmeverluste und die klimatischen Bedingungen am Standort.
Eine zu kleine Wärmepumpe könnte an besonders kalten Tagen nicht genügend Wärme liefern. Eine unnötig groß dimensionierte Anlage ist ebenfalls nicht automatisch besser. Deshalb sollte die endgültige Gerätegröße auf einer fachlichen Planung basieren.
Wärmebedarf und Heizleistung unterscheiden
Wärmebedarf und Heizleistung werden häufig verwechselt, beschreiben aber unterschiedliche Größen.
| Wert | Typische Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|
| Wärmebedarf | kWh pro Jahr | benötigte Wärmemenge über einen Zeitraum |
| Heizleistung | kW | benötigte Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt |
| Stromverbrauch | kWh pro Jahr | eingesetzte elektrische Energie |
| JAZ | ohne Einheit | Verhältnis von Wärme zu Strom |
Für die Berechnung des Jahresstromverbrauchs benötigt der Rechner einen Wärmebedarf in kWh. Für eine überschlägige Auswahl der notwendigen Heizleistung geht es dagegen um kW.
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FAQ zum Wärmepumpen-Rechner
Wie berechne ich den Stromverbrauch einer Wärmepumpe?
Teile den jährlichen Wärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl. Bei 20.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 4 ergibt sich ein rechnerischer Stromverbrauch von 5.000 kWh pro Jahr.
Was bedeutet eine JAZ von 4?
Eine JAZ von 4 bedeutet, dass die Anlage im betrachteten Zeitraum mit 1 kWh eingesetztem Strom insgesamt 4 kWh Wärme bereitstellt.
Ist eine höhere JAZ besser?
Ja, bezogen auf den Energieeinsatz bedeutet eine höhere Jahresarbeitszahl, dass weniger Strom für dieselbe Wärmemenge benötigt wird.
Wie berechne ich die Heizkosten?
Multipliziere den jährlichen Stromverbrauch der Wärmepumpe mit deinem Strompreis pro kWh. Bei 4.000 kWh Verbrauch und 0,30 Euro pro kWh ergeben sich 1.200 Euro pro Jahr.
Wie kann ich die JAZ meiner eigenen Wärmepumpe bestimmen?
Teile die gemessene abgegebene Wärmemenge durch den Stromverbrauch aus demselben Zeitraum. Für eine aussagekräftige Betrachtung sollten alle relevanten Werte möglichst vollständig erfasst werden.
Wie viel Umweltwärme nutzt eine Wärmepumpe?
Im vereinfachten Rechenmodell kannst du die eingesetzte elektrische Energie von der abgegebenen Wärmemenge abziehen. Bei 16.000 kWh Wärme und 4.000 kWh Strom ergeben sich 12.000 kWh rechnerisch genutzte Umweltwärme.
Kann ich die Wärmepumpengröße nur anhand der Wohnfläche bestimmen?
Nein. Die Wohnfläche ermöglicht lediglich eine grobe Überschlagsrechnung. Für die tatsächliche Dimensionierung sollte die Heizlast des Gebäudes fachgerecht berechnet werden.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch mit Heizkörpern?
Ja, grundsätzlich können Wärmepumpen auch mit Heizkörpern betrieben werden. Entscheidend ist unter anderem, welche Vorlauftemperatur notwendig ist, um die Räume ausreichend zu beheizen.
Warum benötigt die Wärmepumpe im Winter mehr Strom?
Im Winter steigt der Heizbedarf des Gebäudes. Bei einer Luftwärmepumpe sinkt zusätzlich die Temperatur der Wärmequelle Außenluft. Dadurch kann der elektrische Energiebedarf deutlich höher sein als während milderer Perioden.
Wird Warmwasser beim Wärmebedarf mitgerechnet?
Das hängt von deinem Eingabewert ab. Wenn die Wärmepumpe auch das Trinkwarmwasser erzeugt und du den gesamten Strombedarf abschätzen möchtest, sollte der entsprechende Wärmebedarf berücksichtigt werden.
Kann eine Photovoltaikanlage den Wärmepumpenstrom reduzieren?
Eine Photovoltaikanlage kann einen Teil des benötigten Stroms direkt bereitstellen. Wie groß dieser Anteil ist, hängt vom zeitlichen Zusammenspiel von Solarstromerzeugung und Wärmepumpenbetrieb ab. Besonders im Winter ist die Solarstromproduktion geringer, während der Heizbedarf steigt.
Quellenangaben
Verbraucherzentrale, Wärmepumpe: Alles, was Sie wissen müssen
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/waermepumpe-alles-was-sie-wissen-muessen-5439
Verbraucherzentrale, Wie umweltfreundlich und effizient ist eine Wärmepumpe?
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/klimaschutz-wie-umweltfreundlich-und-effizient-ist-eine-waermepumpe-113947
Umweltbundesamt, Umgebungswärme und Wärmepumpen
https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/umgebungswaerme-waermepumpen
Umweltbundesamt, Umweltfreundliches Heizen dank effizienter Wärmepumpe
https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/heizen-bauen/waermepumpe
co2online, Stromverbrauch von Wärmepumpen berechnen
https://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/waermepumpe/stromverbrauch-von-waermepumpen/